Burg Limberg - Holzhausen/Preußisch-Oldendorf

Burgstraße, 32361 Preußisch Oldendorf

 

Auf einem Sporn des Limberges auf der einstigen Grenze zwischen den ehemaligen Bistümern Minden und Osnabrück gelegene Höhenburg der Grafen von Ravensberg aus der zweiten Hälfte des 13.Jhs..

Burg Limberg, Preußisch-Oldendorf
Burg Limberg, Preußisch-Oldendorf



 

Geschichte

 

An der Stelle der Burg existierte vielleicht schon vor dem 13.Jh. ein Jagdhaus des Mindener Bischofs (das Bistum Minden war Besitzer des Forstbanns und der Börninghauser Güter). In der ersten Hälfte des 13.Jhs. ließ entweder der Bischof von Minden oder der Burggraf von Stromberg eine erste kleine Befestigungsanlage erbauen.

Die Hauptburg mit dem Limbergturm wurde zwischen 1250 und 1319 durch das Bistum Minden zum Schutz der landeshoheitlichen Verwaltung und Gerichtsbarkeit errichtet. In den 1310er Jahren führte ein Bruch im Lehensverhältnis zwischen den Burgmännern/Gefolgsleuten und dem Bistum Minden zum Übergang der Burg, die um die Vorburg erweitert wurde, an die Grafen von Ravensberg. Von nun an diente die Burg zusammen mit der Burg Ravensberg, der Bielefelder Burg Sparrenberg und der Burg Vlotho zur Sicherung des Territoriums, zur Überwachung des Eggetals und des Durchbruches des Flusses Große Aue (Schierenbecker Pass). Um 1319 verpfändeten die Grafen von Ravensberg die Burg Limberg an adelige Gefolgsleute, die als Pfand- und Burgmänner zur Burghut und Residenz auf der Burg verpflichtet waren. Trotz der Lehenshoheit des Bistums Minden bauten die Grafen von Ravensberg bzw. ihre Burgmänner die Anlage nach 1319 zu einer strategischen Landesburg aus und um 1344 erfolgte die Errichtung einer neuen Mauer.

Nach dem Aussterben der Grafen von Ravensberg 1346 fiel die Burg an die Herzöge von KleveEine Verwaltungsreform in der Mitte des 16.Jhs. legte die Einsetzung eines Amtmannes auf der Burg fest. Die Burgmänner residierten von nun an auf außerhalb liegenden Gütern, die Burg erhielt eine landesherrlich-militärische Besatzung.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Anlage nach einer kurzen Einnahme durch brandenburgische Truppen und dem Verlust der Bedeutung als militärischer Stationierungspunkt.

 

Burg Limberg, Blick von der oberen Vorburg auf den Bergfried, Preußisch-Oldendorf
Burg Limberg, Blick von der oberen Vorburg auf den Bergfried, Preußisch-Oldendorf

Besichtigung

 

Das Anlitz des idyllischen Burggeländes ist heute durch teilweise dicht mit Efeu bewachsene Mauerreste und den noch erhaltenen Bergfried geprägt.

Der Rundgang über das Areal beginnt an der Vorburg, die im Rahmen einer baulichen Erweiterung um 1344 durch den Einbezug des Geländes westlich des Bergfrieds in die ummauerte Burg angelegt wurde. Hier kommt man zunächst auf die untere Vorburg, die früher wahrscheinlich über eine zum Torhaus führende Zugbrücke über einem (heute noch sichtbaren) Burggraben zu erreichen war. In der unteren Vorburg befand sich in der Mitte des 15.Jhs. das Wohnhaus eines Burgmannes und Pfandbesitzers.

Über einen Weg am Bergfried vorbei gelangte man von der unteren Vorburg aus zum Tor der oberen Vorburg, die einst mit einer Palisade am nördlichen Steilabhang geschützt wurde. Sie ist zusammen mit der Hauptburg noch von einem Erdwall mit einem vorgelagerten trockenen Ringgraben mit einer darauf stehenden bruchsteinernen Mauer umschlossen. Im 14.Jh./15.Jh. lagen hier Wohnhäuser der Burgmänner, im 16.Jh. ein landwirtschaftliches Vorwerk.

An die obere Vorburg schließt sich die ehemals durch ein Tor an der Westseite zugängliche Hauptburg mit dem Bergfried an, der von der Mitte des 13.Jhs. bis zum Anfang des 14.Jhs. entstandene und von hohen Mauern umgebene Kern der Burganlage. Hier standen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit die Sitze der Burgmänner sowie Küchen- und Vorratsgebäude (an der Südseite gegenüber dem Turm). Ab dem 16.Jh. schloss östlich an den Turm das Amtshaus des Drosten (Burgverwalters) und Rentmeisters an. Den Mittelpunkt der Hauptburg bildet auch heute noch der recht gut erhaltene, viereckige bruchsteinerne Bergfried, der auf der Burg Limberg als bewohnbarer, befestigter militärischer Stützpunkt fungierte. Seine Architektur ist im Inneren durch flache Segmentbogenwölbungen über dem Durchgang zum Hauptgeschoss sowie den Nebenräumen und Fensternischen geprägt. Das dauerhaft bewohnte mittlere Hauptgeschoss (in dem sich jetzt ein Trauzimmer befindet) verfügt über zwei Fensteröffnungen im Mittelraum sowie Reste eines Kamins an der Nordwestecke. Am Nordende der Ostwand lag wohl ein Raum mit Abort, zudem sind Reste von Nebenräumen zu erkennen. Ein schräg durch die Außenschale des Mauerwerkes verlaufender Durchgang führte einst auf die Ringmauer.

 

Burg Limberg, Bergfried
Burg Limberg, Bergfried

Der frühere Aufbau der Burganlage mit Teilen der äußeren Ringmauern, der tiefer gelegenen unteren und oberen Vorburg sowie der höher liegenden Hauptburg mit dem Bergfried und Resten der Fundamente des Palas (Wohn- und Repräsentationsgebäude) ist an den Grundmauern noch gut erkennbar und es fällt mit etwas Fantasie leicht, sich bei der Besichtigung des Geländes und einem Blick in den Bergfried die mittelalterliche und frühneuzeitliche Form der Burg Limberg vorzustellen. Die Ruine ist heute ein ruhiger, leicht mystischer und wirklich sehenswerter Ort, an dem man sich schon wünscht, dass Zeitreisen möglich wären.


 

Die Besichtigung ist ganzjährig und jederzeit möglich.


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