Kaiserpfalz - Paderborn

Am Ikenberg 1, 33098 Paderborn

 

An der Nordseite des romanisch-gotischen Domes gelegene, steinerne karolingische und ottonisch-salische Kaiserpfalz des (Fürst)Bistums Paderborn.

Pfalzen waren befestigte Plätze, die vom Herrscher regelmäßig aufgesucht wurden (die mittelalterlichen Könige regierten nicht von einem festen Ort aus, sondern reisten im Reich herum) und mit adäquater baulicher Ausstattung meist in Form von repräsentativen Wohngebäuden mit Saal versehen waren. Im Paderborn umfasst die Pfalz etwa den heutigen Dombereich.

Kaiserpfalz und Bartholomäuskapelle, Paderborn
Kaiserpfalz und Bartholomäuskapelle, Paderborn



 

Geschichte

 

Die Paderborner Pfalz entstand ab den 770er Jahren im Zuge der Unterwerfung der germanischen Stämme der Sachsen durch den fränkischen Herrscher Karl den Großen. Karl legte 776 oberhalb der Paderquellen die Karlsburg mit der karolingischen Pfalz und einer Kirche an. In der Paderborner Pfalz wurde die erste fränkische Reichsversammlung auf sächsischem Boden abgehalten. 799 vereinbarten Karl der Große und Papst Leo III. hier die Krönung Karls zum Kaiser, nachdem Karl dem Papst Unterstützung nach dessen Vertreibung aus Rom zugesichert hatte. Das Treffen führte zur Gründung des Bistums Paderborn, dessen erster Bischof 806 der Sachse Hathumar wurde. In der Folge entwickelte sich in der Nähe des Domes die Siedlung Paderborn und die Pfalz wurde im Zuge der Herausbildung des Heiligen Römischen Reiches aus dem (Ost)fränkischen Reich mehrfach ausgebaut.

 

Kaiserpfalz, karolingische Grundmauern und rekonstruierter ottonisch-salischer Bau
Kaiserpfalz, karolingische Grundmauern und rekonstruierter ottonisch-salischer Bau

 Besichtigung

 

Von dem ersten Saalbau aus dem späten 8.Jh. sind heute nur die Grundmauern erhalten und können vom Dom aus gut überblickt werden. Einst befand sich im Obergeschoss eine große Aula, die als Tagungsort der Reichsversammlungen diente. Seit der ersten Hälfte des 9.Jhs. war die Aula über einen Verbindungsgang mit der Kirche (dem heutigen Dom) verbunden. In der Nähe des Saalbaus erstreckten sich Klausurgebäude für die Kleriker.

Hinter den Fundamenten der karolingischen Pfalz steht die rekonstruierte ottonisch-salische Pfalz. Der römisch-deutsche König Heinrich II. und der Paderborner Bischof Meinwerk ließen im 11.Jh./12.Jh. einen Kalksteinbau errichten, der in den 1970er Jahren wieder aufgebaut wurde und heute das Museum in der Kaiserpfalz beherbergt. Es präsentiert anhand von Resten von Wandmalereien, Kapitellen, Glas- und Keramikfragmenten etc. die karolingische Pfalzanlage und stellt in der wieder aufgebauten ottonisch-salischen Pfalz z.B. durch Grabfunde und Handelserzeugnisse das frühmittelalterliche Leben in Westfalen dar.

Neben der Pfalz befindet sich die aus dem frühen 11.Jh. stammende Bartholomäuskapelle, die älteste Hallenkirche nördlich der Alpen. Sie entstand um 1017 als Teil des Neubaus der ottonischen Kaiserpfalz und verfügt über einen Innenraum im byzantinischen Stil mit Hängekuppeln mit ottonischen Säulenkapitellen.

 

Bartholomäuskapelle, Kaiserpfalz und Dom
Bartholomäuskapelle, Kaiserpfalz und Dom

Die Paderborner Kaiserpfalz besitzt eine große historische Bedeutung sowohl für das Bistum Paderborn als auch für die deutsche Geschichte, wurde hier doch mit dem Beschluss der Kaiserkrönung Karls des Großen ein Stück weit der Grundstein für das Heilige Römische Reich gelegt. Die Besichtigung der Anlage verbindet man entweder mit einem Besuch des Domes und verlässt ihn durch das nördliche Portal, oder man steigt von den idyllischen Paderquellen aus zur Pfalz hinauf. In jedem Fall ist der Besuch aufgrund der bedeutsamen Vergangenheit des Ortes überaus lohnenswert und man wünscht sich dabei schon ein wenig, die längst vergangene früh- und hochmittelalterliche Pracht und Lebendigkeit der Kaiserpfalz selbst erleben zu können.


 

Die Außenbesichtigung ist ganzjährig und jederzeit möglich.

Für das Museum muss Eintritt gezahlt werden.

www.kaiserpfalz-paderborn.de


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