Motovun

52424 Motovun

 

Auf einem steilen Hügel über dem Tal der Mirna liegende und von Weinbergen und Befestigungsmauern umgebene Stadt mit mittelalterlichem Ambiente und Gebäuden aus der venezianischen Herrschaftszeit


 

Geschichte

 

In der Frühgeschichte befand sich an der Stelle des heutigen Städtchens eine Fluchtburg vorslawischer Stämme. Auch keltische und illyrische Stämme besiedelten das Areal. Nach dem Niedergang des weströmischen Reiches stand Motovun am Ende des 5.Jhs. unter byzantinischer Herrschaft oder langobardischem Einfluss.

Für das Jahr 804 gibt es die erste Nennung Motovuns, das eine der wichtigsten Festungen Istriens darstellte. Ab dem 10.Jh. entwickelte sich die wechselnd unter der Herrschaft der Bischöfe von Poreč und Patriarchen von Aquileia stehende Stadt. Im Jahr 1278 überging das strategisch wichtige Motovun in den Besitz der Republik Venedig. Viele der heute noch erhaltenen Palazzi und Bürgerhäuser Motovuns stammen aus venezianischer Zeit.

Nach der Auflösung der Republik Venedig 1798 und der Gründung des Königreiches Italien (1805) besetzen französische Truppen Napoleons Istrien. Im Wiener Kongress wurde 1814/1815 der Übergang Motovuns an die Habsburgermonarchie beschlossen. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie übergab man Istrien an Italien. Nach 1945 gehörte Movotun zu Jugoslawien und seit 1991 ist es Teil der Republik Kroatien.

 

 

Besichtigung

 

Den sehr lohnenswerten Aufstieg zum Hauptplatz auf der Bergkuppe beginnt man am besten von dem am Friedhof in der Vorstadt gelegenen Parkplatz aus. Von dort aus kann man dann über einen Treppenweg, durch schmale kopfsteingepflasterte und von steinernen und in warmen Farben verputzen Häusern gesäumte Gassen und mächtige Tore von der Unter- zur Oberstadt hinauf gehen.

Das Stadtbild Motovuns ist durch ein doppeltes Befestigungs-system mit Wehrtürmen und Toren geprägt. Eine äußere Stadtmauer des 17.Jhs. schützt die Unterstadt und eine innere Wehrmauer aus dem 13.Jh. bis 15.Jh. wurde zur Sicherung der Oberstadt angelegt.

Durch das äußere Stadttor aus dem 14.Jh. und einen doppeltorigen Torturm aus dem 15.Jh. erreicht man zunächst den äußeren Platz, der von der im 17.Jh. errichteten Stadtloggia gesäumt wird.

Das im gotischen Stil ausgeführte innere Stadttor leitet zum Hauptplatz der Oberstadt weiter. Er wird an der Ostseite von einem aus gräulichen Quadersteinen errichteten, romanischen und zinnenbekrönten Wehrturm aus dem 13.Jh., der zugleich auch als Glockenturm der nebenan stehenden, gelb gekalkten dreischiffigen Kirche Sveti Stjepan aus Zeit um 1600 fungiert, beherrscht. Seine gegenüber liegenden Pendants bilden das aus dem 13.Jh. stammende Rathaus und der im 16.Jh. im Stil der Renaissance erbaute Kommunalpalast auf der Westseite. Die Nordseite des Platzes nimmt das Basiliscos Haus mit einem im 15.Jh. erbauten Brunnen ein, an der Südseite steht der Polesini-Palast mit einem Brunnen von 1330.

 

 

Von der die Oberstadt umschließenden Festungsmauer bietet sich ein wunderschöner Ausblick auf die umliegenden Weinberge und Eichenwälder (in denen weiße Trüffeln wachsen) sowie das Tal der Mirna. Auf der Stadtmauer kann man einmal um die pittoreske Stadt herum gehen und das historische Ambiente genießen, in dem elegante venezianische Bauten eine harmonische Verbindung mit wehrhaften Festungselementen eingehen.

Da in Motovun noch viel spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Bausubstanz erhalten ist, ist die Besichtigung des idyllischen kleinen Städtchens überaus interessant. Die venezianischen Gebäude verbreiten ein leicht italienisches Flair und bei einem Gang durch die alten Tore und Gassen hat man ein wenig das Gefühl, dass die Zeit in Motovun stehen geblieben zu sein scheint.


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