Krukenburg - Helmarshausen bei Bad Karlshafen

34385 Helmarshausen bei Bad Karlshafen

 

Auf dem sich über einer Flussschleife der Diemel erhebenden Waltersberg in den 1210er Jahren errichtete, zunächst bischöfliche und dann auch landgräfliche Höhenburg mit der runden Johanneskapelle im Zentrum.

Krukenburg, Kirche und Bergfried, Helmarshausen
Krukenburg, Kirche und Bergfried, Helmarshausen



 

Geschichte

 

Die 1220 erstmals erwähnte Burganlage wurde unter dem Kölner Erzbischof Engelbert I. und Abt Konrad III. aufgrund von Spannungen zwischen den Bistümern Köln, Paderborn und Trier rund um eine Rundkirche und zum Schutz des 997 gegründeten Klosters Helmarshausen erbaut. Nur wenige Jahre später verpfändete man die Burg an Graf Hermann von Everstein und 1338 an das Erzbistum Paderborn, woraufhin das „Paderborner Haus“ als Wohngebäude errichtet wurde. Um 1400 entstanden das „Mainzer Haus als Wohnbau des Abtes und ein Wohnturm.

Nach Streitigkeiten mit Paderborn eroberte der hessische Landgraf Ludwig II. die Krukenburg und 1479 kam sie unter hessischen Schutz. Paderborn setzte am Ende des 15.Jhs. einen Amtmann auf der Krukenburg ein. Landgraf Moritz von Hessen-Kassel kaufe 1597 den Paderborner Anteil an der Burg zurück.

Nach 1617 verfiel die Krukenburg und wurde teilweise abgebrochen. Ab 1980 erfolgte die Sanierung des noch erhaltenen Baubestandes, die Burg blieb aber eine Ruine.

 

Krukenburg, Wohngebäude und Kirche mit Treppenturm
Krukenburg, Wohngebäude und Kirche mit Treppenturm

Besichtigung

 

Das Gelände der Krukenburg, einer geistlichen und weltlichen Befestigungsanlage mit kirchlicher Funktion sowie Wehr- und Wohnfunktion, wartet mit profanen und sakralen Gebäuden und Mauerzügen auf.

Durch das Burgtor mit den Resten eines Torturmes und einem vorgelagerten Graben betritt man den von fast kreisrund angelegten Ringmauern mit zwei Wehrtürmen umgrenzten Burghof.

Krukenburg, Kirche
Krukenburg, Kirche

Etwa in der Mitte des Areals befinden sich die Ruinen eines an der Stelle einer älteren hölzernen Taufkirche  (die im Zuge der Missionierung der Sachsen durch das fränkische Reich entstand) errichteten romanischen Kirchenbaus von 1107 bzw. 1126 mit einem kreuzförmigen Grundriss um eine Rotunde und mächtigen Arkaden. Die durch den Paderborner Erzbischof Heinrich II. von Werl Johannes dem Täufer geweihte, ehemalige Kreuzkuppelkirche besitzt einen runden Hauptraum mit vier kreuzförmig angeordneten, niedrigeren Räumen. Das Vorbild der Kapelle war die Grabeskirche über dem Grab Christi in Jerusalem und nicht ganz im Zentrum der Rotunde liegt eine heute verfüllte unterirdische Krypta als Nachbildung des Felsengrabes Christi. Vom Burgtor aus kommend sind die Reste eines Treppenturmes im Eingangsbereich zu sehen. Ihm gegenüber erstreckt sich vor dem Bergfried der Chorbereich, an den beiden anderen Seiten befinden sich Altäre. Durch den in der Nähe des großen Wohngebäudes gelegenen Seitenaltar kann man den Kirchenbau betreten, von dem heute fast nur mehr die Grundmauern vor allem des Hauptraumes erhalten sind.

Krukenburg, Blick vom Bergfried auf die Kirche
Krukenburg, Blick vom Bergfried auf die Kirche

Um die Johanneskapelle herum liegen (ungefähr gegenüber dem Burgtor) die Reste eines halbrund in die Ringmauer eingefügten mehrstöckigen Wohngebäudes („Paderborner Haus“) mit Kamin- und Fensternischen, die noch vorhandenen Mauerstümpfe und Kellerräume des in die Umfassungsmauer integrierten rechteckigen „Mainzer Hauses“/„Abtshauses“ und der runde Bergfried (zeitweilig bewohnbarer Haupt-, Wach- und Wehrturm).

Der Turm kann bestiegen werden und von dem früheren, hoch gelegenen Eingang (auf halber Höhe) und der obersten Plattform aus bietet sich ein toller Ausblick auf die beiden großen Burggebäude, Teile des nordhessischen Berglandes und des Sollings sowie den Ort Helmarshausen mit dem Klosterareal und Teile der barocken Stadtgründung Bad Karlshafen. Während des Auf- und Abstieges kann man zudem noch einen Blick in eine Abortnische werfen.

 

Krukenburg, Blick von der Kirche auf die Wohngebäude
Krukenburg, Blick von der Kirche auf die Wohngebäude

Aufgrund der eher ungewöhnlichen Kombination von weltlichen und geistlichen Gebäuden und der Nutzung der Burg durch Adelige und Kleriker ist der Besuch der Krukenburg sehr lohnenswert. Der Burghof mit den hoch aufragenden Mauern der Kirche, Wohngebäude und Türme strahlt eine ganz besondere und kraftvolle Atmosphäre längst vergangener Zeiten aus und die entlang der Ringmauer aufgestellten Bänke laden zum Verweilen ein. Die Krukenburg ist eine wirklich schöne Ruine, deren Besichtigung absolut zu empfehlen ist und in deren Verlauf man sich immer wieder wünscht, die verfallene Burg in ihrer mittelalterlichen Gestalt erleben zu können.


 

Die Besichtigung ist ganzjährig zu den Öffnungszeiten möglich.

Es muss ein geringes Eintrittsgeld gezahlt werden.

www.heimatverein-helmarshausen.de/krukenburg.html


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