Schlosspark Laxenburg

Schlossplatz 1, 2361 Laxenburg

 

Aus dem 18.Jh. und 19.Jh. stammende höfisch-repräsentative Parklandschaft im englischen Stil mit dem spätbarocken Blauen Hof, dem Alten Schloss im Renaissance- und Barockstil und der historistischen Franzensburg (als mittelalterliche Wehranlage konzipierte Burg im Stil des romantischen Klassizismus) sowie romantischen Parkarchitekturen.

Laxenburg, Altes Schloss
Laxenburg, Altes Schloss



 

Geschichte

 

Der 1217 zum ersten Mal genannte Ort Lachsendorf befand sich damals wahrscheinlich im Besitz der babenbergischen Nebenlinie in Mödling. Die Anlage diente ursprünglich als Jagdgebiet und bestand aus einer Wasserburg (heute im Gesamtkomplex verbaut) mit Wirt-schaftsgebäuden.

Nachdem die Habsburger Lachsendorf 1306 erhalten hatten, entwickelte sich die Burg zu einer ländlichen Residenz der Landesfürsten. Vor allem unter Herzog Albrecht III. gab es in der zweiten Hälfte des 14.Jhs. eine rege Bautätigkeit, als der Herzog den Kern des Alten Schlosses errichteten ließ. In der Mitte des 15.Jhs. baute Kaiser Friedrich III. die Burg weiter aus. Nach einer kurz darauf erfolgenden Besetzung des Schlosses durch ungarische Truppen setzte Kaiser Maximilian I. das Gebäude wieder instand.

Ab dem 16.Jh. wurde die Herrschaft an Adelige verpfändet, bis Kaiser Ferdinand II. sie in der zweiten Hälfte des 17.Jhs. wieder einlöste und das Schloss im barocken Stil erneuerte. Ab Kaiser Leopold I. hielt sich der Hof ab dem Ende des 17.Jhs. jährlich in Laxenburg auf, was mit baulichen Veränderungen einherging. Unter Kaiser Karl VI. entstanden in der ersten Hälfte des 18.Jhs. wichtige Adelspalais im Umkreis des Schlosses. Kaiserin Maria Theresia errichtete in der zweiten Hälfte des 18.Jhs. den Blauen Hof und Kaiser Franz II./I. erbaute am Ende des 18.Jhs. die Franzensburg. Kaiser Franz Joseph I. und Elisabeth verbrachten ebenfalls einen Teil des Jahres in Laxenburg. Nach Kriegsverwüstungen wurde das Gelände ab 1962 wieder aufgebaut.

 

Laxenburg, Blauensteiner Hof
Laxenburg, Blauensteiner Hof

Besichtigung

 

Der Rundgang durch den ausgedehnten Park beginnt am weitläufigen Schlossplatz, an dem sich einige erwähnenswerte Gebäude befinden. Der spätbarocke Blauensteiner Hof mit seinen Nebenanlagen wurde als 1544 zum ersten Mal genannt und im 18.Jh. zunächst durch den Reichsvizekanzler Schönborn und dann unter Kaiserin Maria Theresia nach dem Erwerb des angrenzenden Prucknerischen Hauses ausgebaut. Das cremegelbe, zweigeschossige und vierkantige Gebäude besitzt einen Innenhof und einen durch Balkon und Attikazone betonten Mittelrisalit mit einer säulengetragenen offenen Vorhalle. Die heutige Ausstattung der Innenräume im Stil des Historismus stammt aus den 1850er Jahren. Über einen Verbindungstrakt ist vom Blauen Hof zum einen der Speisesaaltrakt erreichbar. Das Gebäude mit seiner auf Pfeilern ruhenden Vorhalle mit Plastiken der Reiherbeize wurde für größere Bankette genutzt und verfügt über einen ovalen Speisesaal mit einer Scheinkuppel. Der Verbindungsgang führt zum anderen in das Schlosstheater, das sich durch seinen hohen Portikus mit dem geschwungenen Giebel auszeichnet. Am Platz liegen zudem die ehemalige Kaserne sowie das Passespielhaus/der Meierhof mit einer barocken Fassade.

Laxenburg, Altes Schloss
Laxenburg, Altes Schloss

Der Laxenburger Schlosspark ist durch Waldbereiche mit mächtigen und alten Eichen, Ulmen, Ahornen und exotischen Gehölzen, weitläufige Wiesen sowie Teiche und Kanäle geprägt.

Diesen ausgedehnten englischen Landschaftsgarten betretend gelangt man zunächst zum Alten Schloss, einem eher schlichten Gebäude im Renaissance- und Barockstil mit zwei Höfen. Die Bauteile der mittelalterlichen Burg wurden in den frühneuzeitlichen Komplex integriert, so etwa der risalitartig aus der Fassade hervortretende Torturm der ehemaligen Vorburg, der äußere Burghof mit dem Brunnen und der Schlosskapelle (im ältesten Turm) und zwei auf der Höhe der Haupttrakte abgetragene und in das Satteldach einbezogene, den Eingang zur Hauptburg sichernde Türme.

Laxenburg, Grünes Lusthaus/Dianatempel
Laxenburg, Grünes Lusthaus/Dianatempel

In der Nähe des Alten Schlosses steht inmitten eines Waldbereiches mit sternförmig angelegten Wegen das auch als Dianatempel bezeichnete Grüne Lusthaus im Stil des Rokoko. Der sehr hübsche hölzerne Treillagepavillon von ca. 1760 (von dem man über den Waldstern, den Alleestern und die Englische Anlage hinaus schauen kann (bzw. früher einmal konnte)) ist ein idyllischer ruhiger Ort, der zum Verweilen einlädt. Ein ähnlicher Bau ist der klassizistische runde Concordiatempel im korinthischen Stil, der 1795 errichtet wurde und der Eintracht der Völker gewidmet ist.

Laxenburg, Grotte
Laxenburg, Grotte

Am Schlossteich mit seinen bewaldeten Inseln befindet sich eine von Schwarzföhren und Eiben bewachsene Grotte (von ca. 1800), die aus Steinblöcken zusammengesetzt ist und von der aus sich ein schöner Blick auf den großen See bietet. Unweit der Grotte führt eine mit einer Spitzbogendurchfahrt, einem Maßwerkgeländer und Ritterfiguren verzierte steinerne neogotische Brücke über einen Nebenlauf des Sees.

Laxenburg, Turnierplatz
Laxenburg, Turnierplatz

Im Zusammenhang mit der Verehrung des Rittertums in der Romantik entstand ab dem späten 18.Jh. der mit Logen, Zuschauertribünen und Ritter- und Löwenstatuen ausgestattete Turnierplatz, eines der interessantesten Elemente des Parkes. Auf einer kleinen Lichtung steht zwischen Eichen- und Schwarzföhren außerdem die auf einem großen Postament ruhende Rittersäule und am Rand eines Eichenhaines liegt die so genannte Rittergruft.

Eine weitere Parkarchitektur sind die bewachsenen Grundmauern der Ruine des Hauses der Laune (das durch eine verkehrte Welt abseits der zeremoniellen Langeweile den Wunsch nach irrationaler Freiheit zum Ausdruck bringen sollte), dessen frühere Gestalt leider kaum mehr zu erkennen ist.

Laxenburg, Franzensburg
Laxenburg, Franzensburg

Das wichtigste Gebäude im Schlosspark ist aber wohl die von 1798 bis 1835 auf einer künstlichen Insel in der Mitte des Schlossteiches erbaute Franzensburg, die ein Hauptwerk des romantischen Klassizismus und ein Denkmal der Dynastie Habsburg-Lothringen darstellt. Bei der Errichtung verwendete man alte Bauteile aufgelassener Klöster und Kirchen und sammelte Kunstwerke aus Klöstern, Burgen und Schlössern zusammen, um die durch eine Mischung aus Werken der Gotik und Renaissance sowie der Neogotik geprägte Innenausstattung zu erreichen.

Die Franzensburg besteht aus der als Wehranlage ausgestatteten Ritterburg und dem als Vorburg dienenden und von Nebengebäuden umschlossenen Knappenhof, an den sich der Vogteihof (äußerer Burghof) anschließt. Ritterburg und Knappenhof sind durch einen weiteren Baukörper miteinander verbunden. Die als Museum „altdeutscher“ Kunst mit altertümlichen und neu geschaffenen Gemälden und Skulpturen konzipierte Burg besitzt drei Höfe, fünf Ecktürme, teilweise mit Fallgittern ausgestattete Tore, Bastionen, Pechnasen, Dachreiter, Wetterfahnen, ein Glockenspiel und Ringmauern.

Zu besichtigen sind im Inneren zunächst einige der Habsburgermonarchie gewidmete Säle, wie der dreischiffige Waffensaal mit Ruhmeshalle, der als eine Ahnen- und Ehrenhalle der Dynastie dienende Habsburgersaal, der ungarische Krönungssaal und der mit Portraits von Mitgliedern des Hauses Habsburg-Lothringen geschmückte Lothringersaal. An diese Räume schließt sich ein Besuch der Ritterburg mit den Gemächern eines märchenhaften Ritters an, die mit Spolien aus der Renaissance des späten 16.Jhs. und 17.Jhs. (aus Schlössern und Klöstern ausgebaute Holzdecken, Portale und Wandverkleidungen) ausgestattet sind. Den Abschluss der Tour bildet der neogotische Hohe Turm mit einer Wehrplattform und einem Rittersaal.

 

Der Besuch des riesigen Laxenburger Schlossparkes mit seinen Wiesen-, Wald- und Wasserbereichen sowie teilweise recht versteckt aufgestellten Gestaltungselementen ist sehr lohnenswert. Hier lassen sich wie zu Zeiten der Habsburgermonarchie in einem eleganten Ambiente ausgedehnte Spaziergänge optimal mit einem Museumsbesuch, der Entdeckung geschmackvoller Parkarchitekturen und entspannten Picknicks verbinden. Aus diesem Grund kann man in dem schönen Landschaftsgarten leicht einen ganzen Tag verbringen und die angenehme, ruhige Atmosphäre genießen.


 

Die Besichtigung ist ganzjährig zu den Öffnungszeiten möglich.

Es muss Eintritt gezahlt werden.

www.schloss-laxenburg.at