Zitadelle Spandau - berlin

Am Juliusturm 64, 13599 Berlin


In der zweiten Hälfte des 16.Jhs. unter Kurfürst Joachim II. von Brandenburg anstelle der Spandauer Burg aus der Zeit der Askanier errichtete Renaissancefestung in Form eines Kurtinenvierecks mit Eck-Bastionen und Wassergraben im Spandauer See.

Zitadelle Spandau, Blick von der Bastion Kronprinz auf den Juliusturm
Zitadelle Spandau, Blick von der Bastion Kronprinz auf den Juliusturm



Zitadelle Spandau, Palas und Innenhof
Zitadelle Spandau, Palas und Innenhof

Geschichte

 

An der Stelle der heutigen Festung existierte um 1050 bereits eine slawische Befestigungsanlage. Um 1157 gründete der brandenburgische Markgraf Albrecht I. der Bär eine neue Burg, die spätestens seit 1197 als Sitz eines Vogtes der askanischen Markgrafen fungierte.

In der Mitte des 16.Jhs. begann man – zum Schutz der Stadt Spandau – mit der Errichtung der Festung, deren Kasematten als Gefängnis für preußische Staatsgefangene dienten. Ab 1626 war eine Garnison fest in Spandau stationiert.

1806 belagerte das napoleonische Frankreich die Zitadelle und nahm sie nach der Kapitulation Preußens ein. Die Beschießung der Franzosen durch russische und preußische Truppen hatte während der Befreiungskriege 1813 die Aufgabe der Festung durch Frankreich zur Folge, hinterließ aber auch starke Beschädigungen an der Bausubstanz.

Während der NS-Zeit befanden sich in der Spandauer Zitadelle Heeresgasschutzlaboratorien, weshalb sie militärisches Speergebiet war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Festung 1945 kampflos durch sowjetische Truppen besetzt, danach stand sie bis 1948 unter britischer Verwaltung.

1960 richtete man im Palas der askanischen Burg ein Heimatmuseum ein und führte bis 1976 umfangreiche Restaurierungsarbeiten durch. 1992 wurde das Stadtgeschichtliche Museum im Zeughaus eröffnet. Heute wird die Zitadelle kulturell für historische Ausstellungen in den Gebäuden und Konzerte im Innenhof genutzt, zudem bietet sie im Winter etwa 10.000 heimischen Fledermäusen ein Quartier.

 

Zitadelle Spandau, Torhaus und Juliusturm
Zitadelle Spandau, Torhaus und Juliusturm

Besichtigung


Der Rundgang über das weitläufige Festungsgelände – bis heute ein beeindruckendes Zeugnis brandenburgisch-preußischer Machtdemonstration – mit seinen mächtigen Wällen beginnt hinter einem Damm und der den Wassergraben überspannenden Brücke am backsteinernen Torhaus an der Südkurtine. Im 16.Jh. erbaut, wurde es um 1680 mit einem Segmentgiebel (mit dem brandenburgischem Staatswappen) versehen und 1839 im klassizistischen Stil verändert.

Hinter dem Kommandantenhaus ragt an der Westkurtine eines der Wahrzeichen Spandaus empor, der im 13.Jh. errichtete und 1836 wieder mit einem Zinnenkranz versehene Juliusturm. Er war der Bergfried (zeitweilig bewohnbarer Haupt-, Wach- und Wehrturm) der mittelalterlichen Burg und beherbergte nach dem Deutsch-Französischem Krieg ab 1871 den „Reichskriegsschatz“ aus französischen Reparationszahlungen. An den Turm schließt der gotische Saalbau des Palas (Wohn- und Repräsentationsgebäude) aus dem 15.Jh. an, der in den 1520er Jahren im Stil der Renaissance verändert wurde und seit 1977 neogotisch rekonstruiert wird. Hinter dem Gebäudekomplex aus Turm und Palas liegt die südwestliche der vier Eckbastionen, die Bastion König.

Am ehemaligen Offiziershaus aus dem 19.Jh. und einem Verwaltungsgebäude – mit einem Fledermausschauraum für Nilflughunde und Brillenblattnasen – an der westlichen Festungsseite vorbei gehend, gelangt man zum Wassertor und Kanonenturm von um 1700. Dahinter befindet sich in der Nordwestecke die Bastion Kronprinz, von der sich ein guter Ausblick auf die die Zitadelle umgebenen Wasserflächen bietet.

Zitadelle Spandau, Südkurtine
Zitadelle Spandau, Südkurtine

An der Nordseite der Festung erstrecken sich die ehemalige Kaserne aus dem 19.Jh., die italienischen Höfe und in der Nordostecke die Bastion Brandenburg mit Aussicht auf die Havel.

Die Ostseite der Zitadelle nehmen Magazine und der im 19.Jh. erbaute Exerzierschuppen (mit einer Kanonenausstellung) ein. Auf der Bastion Königin in der Südostecke sind jüdische Grabsteine aus dem Mittelalter zu sehen.

Im aus dem 19.Jh. stammenden Zeughaus an der Südseite der Festung kann man sich über die Geschichte Spandaus informieren, zudem sind hier Reste des alten Magazins zu besichtigen.


 

Die Außenbesichtigung ist ganzjährig und jederzeit möglich.

Für die Museen muss Eintritt gezahlt werden.

www.zitadelle-spandau.de

 

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