burg abenberg

Burgstraße 16, 91183 Abenberg

 

Am Nordrand des Fränkischen Seenlands an einem Kreuzungspunkt von Handelsstraßen durch die Grafen von Abenberg im 11.Jh. errichtete Höhenburg mit mittelalterlichem Turnieranger.

Burg Abenberg
Burg Abenberg

Geschichte

 

Die Grafschaft Abenberg entstand zwischen 1002 und 1024. Um 1040 gründete Wolfram von Abenberg den Ort Abenberg. Die Grafen von Abenberg fungierten von 1072 bis 1200, als der Mannesstamm mit Graf Friedrich II. ausstarb, als Vögte des Hochstifts Bamberg und Grafen des Radenzgaues und Rangaues. Bereits im 11.Jh. war eine erste Burg aus Holz errichtet worden, die zwischen 1130 und 1140 unter Graf Rapoto von Abenberg zu einer imposanten Steinburg mit einem freistehenden Wohnturm ausgebaut wurde.

1236 kam Abenberg durch Heirat an die hohenzollerischen Burggrafen von Nürnberg, welche das salierzeitliche Burggebäude teilweise erneuerten und die Burg durch den Bau einer neuen Ringmauer in der Mitte des 13.Jhs. auf die doppelte Größe erweiterten. Nach dem Erwerb der Burg 1296 durch Fürstbischof Reinboto von Eichstätt wurde Abenberg 1299 zum bischöflichen Pflegeamtssitz der Oberen Stiftslande und erhielt die Stadtrechte.

Obgleich es vom 15.Jh. bis 17.Jh. noch Umbauten gegeben hatte (unter anderem die Ausstattung der Ostfront mit neuen Pflegerbauten), verfiel die Burg in der Folgezeit. Nach der Eingliederung Abenbergs in das Königreich Bayern 1806 ließen im 19.Jh. und frühen 20.Jh. die derzeitigen Besitzer K.J. Zwerschina und Anton Schott mehrere Türme im Stil des Historismus wieder aufbauen. In den 1980er Jahren kaufte die Stadt Abenberg die Burg und richtete nach der bis in die Mitte der 1990er Jahre dauernden Sanierung auf ihrem Gelände das Haus fränkischer Geschichte und das Klöppelmuseum ein. Daneben dient die Burg heute als Hotel.

 

Burg Abenberg, eichstättische Bauten
Burg Abenberg, eichstättische Bauten

Besichtigung

 

Auf dem Besichtigungsrundgang über das ausgedehnte und überaus sehenswerte Burggelände gelangt man hinter dem Halsgraben zunächst zu der an der Ostseite schildmauerartig verstärkten Ringmauer der stauferzeitlichen Burg mit dem Burgtor in der Südostecke. Hinter ihm liegen an der Ostseite Bauten aus eichstättischer Zeit mit dem Pflegamtsgebäude von 1467 sowie ein Eckgebäude aus der Zeit der Staufer.

Burg Abenberg, Wolfram-Statue
Burg Abenberg, Wolfram-Statue

Es schließt sich das Areal der Kernburg an, das ehemals über einen Wohnturm, eine Ringmauer und einen Graben verfügte. In der Nordwestecke steht der Schottturm von 1881, dessen oberstes Geschoss aus Fachwerk vier Ecktürmchen zieren. Die Südseite nahm einst der Palas (Wohn- und Repräsentationsgebäude) ein. Heute befindet sich an seiner Stelle in einer Nische an der Burgmauer eine Statue des mittelalterlichen Dichters Wolfram von Eschenbach. Im Südwesteck der Kernburg ragt der Bergfried (zeitweilig bewohnbarer Haupt-, Wach- und Wehrturm) empor, dessen Sockel noch aus der Erbauungszeit stammt.

Burg Abenberg, Turnieranger
Burg Abenberg, Turnieranger

Die größte Besonderheit der Burg Abenberg ist der südlich der Hauptburg gelegene mittelalterliche Turnieranger, der noch ein Stück weit an die höfisch-ritterliche Kultur des Hochmittelalters erinnert. Wolfram von Eschenbach verglich in seinem im frühen 13.Jh. entstandenen Artusroman Parzival den geräumigen, aber grasbewachsenen Burghof der Gralsburg Munsalvaeche mit dem Turnierplatz und bezeichnete in diesem Zusammenhang den Abenberger Grafensitz als halb verlassen.

 

Vom Turnieranger bietet sich ein guter Ausblick auf die Stadt Abenberg mit der am Ende des 13.Jhs./Anfang des 14.Jhs. entstandenen dreieckförmigen und von der Burg ausgehenden Stadtbefestigung, dem in den 1740er Jahren errichteten barocken Rathaus in Form eines Sandsteinbaus mit Mansardwalmdach, der in der ersten Hälfte des 13.Jhs. erbauten sattelgedeckten Pfarrkirche St. Jakobus und der durch zweigeschossige Bürgerhäuser und ziegelgedeckte Satteldächer geprägten Marktstraße.


 

Die Besichtigung ist ganzjährig zu den Öffnungszeiten möglich.

Für die Museen muss Eintritt gezahlt werden.

 

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