Burg Falkenstein - Oberpfalz

Burgstraße 10, 93167 Falkenstein

 

Als herrschaftliche Machtbasis in der ersten Hälfte des 12.Jhs. und 13.Jhs. auf einem Granitfelsen über dem Tal des Perlbaches im Bayerischen Wald errichtete Höhenburg des bischöflichen Hochstiftes Regensburg.

Burg Falkenstein, Oberpfalz
Burg Falkenstein, Oberpfalz



Geschichte

 

Die Burg Falkenstein diente gemeinsam mit den Burgen Donaustauf und Wörth zur Sicherung des östlichen Bereiches des Hochstiftes. Der Granitkegel wurde durch Bischof Tuto von Regensburg, der 914 das Gebiet um Falkenstein von König Konrad I. erhalten hatte, bzw. seine Ministerialen, die Regensburger Domvögte, als Trutzburg befestigt. Die erste Nennung der Burg gibt es für die Zeit um 1130 möglicherweise in Verbindung mit den Neuburg-Falkensteinern.

Nachdem die Region am Ende des 12.Jhs. an die Grafen von Bogen gefallen war, erbten 1242 die bayerischen Wittelsbacher-Herzöge bzw. die im Dienst des Hochstiftes Regensburg stehenden Hohenfelser die Burg Falkenstein. Aufgrund unklarer Eigentumsverhältnisse übergab Konrad II. von Hohenfels Falkenstein an den Bischof von Regensburg, der sie kurz darauf wieder an die Hohenfelser vergab. Nachbarschaftsfehden waren die Folge. Nach einer Reichsacht wurde die Burg 1323 an den römisch-deutschen König Ludwig IV. den Bayern verkauft, der sie 1327 seinem Gläubiger, dem Landgrafen von Leuchtenberg, überließ (da er nicht in der Lage war, das von den Leuchtenbergern geliehene Geld zurück zu zahlen). In der Folge wurde Falkenstein an Herzog Heinrich XV. von Niederbayern weitergegeben. 1340 fiel die Burg an die oberbayerischen Wittelsbacher zurück und wurde danach mehrfach verpfändet. Vor 1428 und im 15.Jh. führte man größere Baumaßnahmen an der Anlage durch.

1514 schenkte Herzog Wilhelm IV. die Burg an die Stauffer von Ehrenfels. Auf sie folgten schnell wechselnde Besitzer, zu deren Zeiten sich Falkenstein als Adelsherrschaft etablierte. Nach der teilweisen Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg nach 1634 wieder hergestellt und im 17.Jh. mit Elementen im Stil der Spätrenaissance (Arkadengänge im Erd- und Obergeschoss) überformt. In den 1660er Jahren errichtete man die Schlosskapelle.

Seit dem frühen 18.Jh. wurde die Burg kaum mehr bewohnt. Auch der Übergang an die Fürsten von Thurn und Taxis 1829 konnte ihren Verfall nicht aufhalten. In den 1970er Jahren wurde die Anlage durch den Markt Falkenstein saniert und dient heute als Veranstaltungsort und Museum (zum Thema der Jagd).

 

Burg Falkenstein, Torbau
Burg Falkenstein, Torbau

Besichtigung

 

Die von einem Natur- und Felsenpark umgebene Randhausburg erreicht man über die im Osten gelegene Vorburg und einen engen Hof/Zwinger im Nordwesten, der den Namen „Weiberwehr“ (aufgrund der Verteidigung durch die Frauen der Burg während der Hussiten-bedrohung um 1430) trägt.

Der Torweg mit seinem Torbau mit überwölbtem Gang bietet Zugang in die sich im Westen erstreckende und allseitig umbaute fünfeckige Hauptburg. Die sich an die wahrscheinlich aus dem 13.Jh. stammende Ringmauer anlehnenden, drei- bis viergeschossigen Gebäudeflügel der Unterburg aus dem 15.Jh. fassen einen von Laubengängen (um 1619) gesäumten Burghof ein. Der Nordwestflügel der Unterburg, der ursprüngliche Hauptwohnbau, stellt eine Verbindung mit der unter den Grafen von Bogen oder den Hohenfelsern in der ersten Hälfte des 13.Jhs. auf dem Felsriff entstandenen Oberburg her. An ihrem höchsten Punkt wurde um 1150 der Bergfried (zeitweilig bewohnbarer Haupt-, Wach- und Wehrturm) mit einem anschließenden Wohnbau („Heimlicher Leiten“) errichtet. Der Turm kann bestiegen werden und bietet von seiner Aussichtsplattform Panoramablicke in das Umland bis zum Großen Arber im Bayerischen Wald und ins Voralpenland. Die Südwestseite des Burggeländes wird von der saalförmigen Burgkapelle (17.Jh.) mit Stichkappentonnengewölbe, einem kleinen Westturm und einer Zwiebelhaube an der Südwestseite eingenommen.

 

 

Ausblick vom Turm der Burg Falkenstein
Ausblick vom Turm der Burg Falkenstein

Die Besichtigung der trutzigen, gut erhaltenen Burg Falkenstein ist lohnenswert und lässt den Besucher in mittelalterlichem Ambiente einzigartige Ausblicke auf den Vorderen Bayerischen Wald genießen.

Interessant ist aber nicht nur die Burg selbst, auch der Falkensteiner Schlosspark ist als zweitgrößter Natur- und Felsenpark Bayerns einen Besuch wert. Er besticht mit imposanten Granitfelsen, die man zum Teil nur auf schmalen Wegen passieren kann und dabei neben Felsformationen (Wollsackformationen) mit den Namen Klause, Froschmaul, Steinernes Gässchen, Hohler Stein und Himmelsleiter auch auf das seltene Leuchtmoos stößt.


 

Die Besichtigung ist ganzjährig zu den Öffnungszeiten möglich. Die Turmbesteigung kostet ein geringes Eintrittsgeld.

www.burg-falkenstein.info/hp327/Burg-Falkenstein.htm