Schloss Mirabell - Salzburg

Mirabellplatz 4, 5020 Salzburg

 

Am Anfang des 17.Jhs. durch Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau errichtetes und im 18.Jh. zu einer vierflügeligen Barock-Anlage umgebautes Lustschloss mit klassizistischer Fassade und barockem Garten.

Schloss Mirabell, Salzburg
Schloss Mirabell, Salzburg

 

Geschichte

 

Das heute eher schlichte Schloss wurde 1606 als Schloss „Altenau“ als ein Geschenk Erzbischof Wolf Dietrichs an seine Geliebte Salome Alt außerhalb der damaligen Stadtmauern in Form eines festungsähnlichen Geviertes mit Mittelturm errichtet. Nach dem Sturz Wolf Dietrichs benannte sein Nachfolger Fürsterzbischof Markus Sittikus das Schloss in „Mirabell“ um.

Im frühen 17.Jh. ließ Fürsterzbischof Johann Ernst von Thun-Hohenstein den Garten durch seinen Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach im barocken Stil gestalten. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Schloss unter Fürsterzbischof Paris von Lodron in den neuen Befestigungsgürtel am rechten Ufer der Salzach miteinbezogen.

Im ersten Drittel des 18.Jhs. veränderte Baumeister Lukas von Hildebrandt Schloss Mirabell unter Fürsterzbischof Franz Anton Harrach zu einer vierflügeligen dreistöckigen Schlossanlage im barocken Stil mit einem Innenhof. Auch der Garten wurde neu angelegt. Nach dem Übergang Salzburgs an das österreichische Kaiserreich diente das Schloss als kaiserliche Sommerresidenz.

Der große Stadtbrand 1818 führte zu einem Wiederaufbau des Schlosses im klassizistischen Stil (ohne Mittelturm). 1854 öffnete Kaiser Franz Joseph I. den Mirabellgarten für die Öffentlichkeit. 1866 gelangte Schloss Mirabell in den Besitz der Stadt Salzburg und beherbergt seit 1950 die Amtsräume der Stadtverwaltung und des Bürgermeisters.

 

Schloss Mirabell, Salzburg
Schloss Mirabell, Salzburg

Besichtigung

 

Schloss Mirabell präsentiert sich heute als klassizistischer Bau mit barocken Gestaltungsformen wie Risaliten und gegliederten Wandflächen an der westseitigen Hoffassade und der Gartenfassade im Westen.

Im Inneren haben sich aus der Zeit vor dem Stadtbrand 1818 vor allem zwei erwähnenswerte Bereiche erhalten. Durch das Treppenhaus mit einer puttengesäumten barocken Marmorstiege des Bildhauers Georg Raphael Donner aus dem frühen 18.Jh. erreicht man den fürsterzbischöflichen marmornen Festsaal mit einer Verkleidung aus Marmor sowie goldenem und weißem Stuck. Er wird heute unter anderem als Trauzimmer genutzt. Die seit dem Wiederaufbau nach 1818 zweistöckige, in Gold und Weiß gehaltene Schlosskirche besitzt mit Marmorstuck überzogene Wände und eine balkonartige Musikempore.

 

Berühmt ist Schloss Mirabell vor allem aufgrund seiner Parkanlagen. Der von Marmorbalustraden umfasste barocke Mirabellgarten ist mit seiner Hauptachse auf die Türme des Domes und die Festung Hohensalzburg ausgerichtet und stellt ein einmaliges Zeugnis barocker Gartenkunst dar. Er besteht aus der Großen und Kleinen Achse als Parterrebereiche mit Blumenbeeten südlich und westlich des Schlosses, dem Rosengarten vor der Südfront, dem Garten der um 1725 errichteten Orangerie, der Bastion vor dem Vogelhaus (um 1730), dem Bastionsgarten (um 1700) der barocken Wasserbastei, dem im westlichen Gartenbereich gelegenen Heckentheater (1704 bis 1718) und dem Zwerglgarten von etwa 1715. Seine marmornen Figuren stammen aus dem späten 16.Jh. und wurden nach nach ihrer Entfernung zur Zeit der Aufklärung 1921 wieder aufgestellt, auch wenn man nicht alle der einst 28 Figuren wieder gefunden hat. Weitere Figuren wie die beiden Faustkämpfer (um 1700) am südlichen Garteneingang sowie die symmetrisch um den zentralen Springbrunnen in der Großen Gartenachse angeordneten Figurengruppen (um 1690) der vier Elemente vervollständigen die Gesamtkonzeption. Im Kleinen Parterre befindet sich vor dem Schlossportal der schöne Pegasusbrunnen von 1913, dessen bronzene Pferdefigur 1661 gefertigt wurde.

 

 

Das Schloss und sein Garten bilden ein sehenswertes Ensemble vor der einzigartigen Kulisse der von der Festung überragten Salzburger Altstadt und bestechen mit barocker Harmonie und elegantem Flair. Die klassizistische Schlichtheit des Schlosses lässt den Mirabellgarten in den Vordergrund treten und strahlt dennoch eine gewisse Erhabenheit aus. Schloss Mirabell ist daher eine wichtige Salzburger Sehenswürdigkeit, die mit ihrem Garten zu Entdeckungstouren einlädt.


 

Die Besichtigung der Gartenanlagen ist zu den Öffnungszeiten möglich. Die Innenräume können zum Teil besichtigt werden.


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