Stadtschloss/Residenzschloss Weimar

Burgplatz 4, 99423 Weimar

 

Am nördlichen Ende des Parks an der Ilm gelegene, vierflügelige klassizistische Schlossanlage aus dem späten 18.Jh. mit spätgotischem Tor-Turmbau als Residenz der Herzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach.

Residenzschloss Weimar, Schlossturm und Bastille
Residenzschloss Weimar, Schlossturm und Bastille



Residenzschloss Weimar, Innenhof
Residenzschloss Weimar, Innenhof

Geschichte

 

Die Ursprünge der Residenz der ernestinischen Fürsten aus dem sächsischen Adelsgeschlecht der Wettiner liegen in einer seit dem 10.Jh. bestehenden Wasserburg (der Grafen von Orlamünde). Von den früheren Gebäuden bzw. der 1439 durch die Wettiner errichteten spätgotischen Burg sind nur der mittelalterliche runde Schlossturm/Hausmannsturm aus dem 12.Jh. mit seinem barocken Aufsatz sowie der als „Bastille“ bezeichnete, blaugraue Torbau aus dem 15.Jh./16.Jh. erhalten.

Ab 1535 und der Festlegung Weimars als ständige Residenz gestaltete man unter Kurfürst Johann Friedrich I. die gotische Burg zu einem Renaissanceschloss mit Wassergräben und der 1630 vollendeten Schlosskirche um. Am Anfang des 17.Jhs. entfaltete sich das Schloss unter Herzog Johann von Sachsen-Weimar zu einem kulturellen Zentrum in Europa.

Nach dem Brand des Renaissanceschlosses und des barocken Nachfolgerbaus aus der Regierungszeit Herzog Wilhelms IV. wurde das Schloss ab dem Jahr 1789 unter Herzog Carl August im Stil des Klassizismus wieder aufgebaut, unter anderem unter der Mitwirkung Johann Wolfgang von Goethes.

Nach der Abdankung Großherzog Wilhelm Ernsts trat im Residenzschloss 1919 die erste frei gewählte Nationalversammlung zusammen und begründete mit der Verabschiedung der ersten demokratischen Verfassung Deutschlands die sogenannte Weimarer Republik. Seit 1923 wird das Schloss als Museum genutzt.

Residenzschloss Weimar, Festsaal
Residenzschloss Weimar, Festsaal

Besichtigung

 

Die in einem dezenten Beige gehaltene, vierflügelige klassizistische Anlage bildet heute einen interessanten Kontrast zu den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bauelementen des Schlosskomplexes.

Die Besichtigung des Schlossgeländes beginnt man am besten von der die Ilm überspannenden Sternbrücke aus, von der sich ein sehr guter Blick auf die repräsentative Ostfassade mit ihrer Kolonnade bietet.

Am Schlossturm und dem Torbau vorbei gelangt man in den großen Innenhof, um den sich die vier imposanten Schlossflügel gruppieren.

Im Schlossmuseum sind in Form der ehemaligen Sammlung der Großherzöge mittelalterliche (z.B. Cranach-Galerie) und barocke Kunst sowie Werke von der Goethezeit (z.B. Bildnisse der Fürstenfamilie, klassizistische Landschaftsgemälde) bis aus der Zeit um 1900 (z.B. Werke des Impressionismus) zu sehen. Beeindruckende Prunkräume mit antikisierender Dekoration im griechischen Stil wie der elegante klassizistische Festsaal und die zu Ehren von Goethe, Schiller, Wieland und Herder eingerichteten Dichterzimmer strahlen eine repräsentative Atmosphäre aus und zeugen von der einstigen Macht der ernestinischen Fürsten.

Vor oder nach dem Schlossbesuch empfiehlt sich ein Spaziergang durch den zwischen 1778 und 1828 am Rand der Altstadt beiderseits des Flusses Ilm entstandenen klassizistischen und romantischen Landschaftspark an der Ilm im englischen Stil, in dem sich das Gartenhaus Johann Wolfgang Goethes, das klassizistische Römische Haus sowie Parkarchitekturen wie das Tempelherrenhaus und wertvoller Baumbestand befinden.


 

Die Besichtigung ist ganzjährig zu den Öffnungszeiten möglich.

Es muss Eintritt gezahlt werden.

www.klassik-stiftung.de/einrichtungen/schloesser-und-gaerten/stadtschloss-mit-schlossmuseum


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