Fürstliches Residenzschloss Detmold

Rosental, 32756 Detmold

 

Im Stil der Weserrenaissance 1511 errichtete Residenz der lippischen Landesherren in Form einer vierflügeligen Anlage mit Treppentürmen in den vier Winkeln des Hofes sowie umgebenden Bastionen.

Schloss Detmold
Schloss Detmold



 

Geschichte

 

Im 8.Jh./9.Jh. befand sich auf dem Areal des späteren Schlosses ein Wirtschaftshof des Bischofs von Paderborn, der nach der Herrschaftsübernahme der Ederherren zu Lippe um 1263 zu einer Wasserburg ausgebaut wurde. Nach der Zerstörung der Burg während der Soester Fehde Detmolds mit dem Erzbischof von Köln 1447 wurde sie im Zuge des Wiederaufbaus von einer Wallanlage umschlossen.

In der Folge diente die Burg von 1511 bis 1918 als Residenz der lippischen Landesherren. Graf Bernhard VIII. zur Lippe ließ die Anlage durch die Errichtung der beiden vorderen Treppentürme und der Renaissancegalerie im Schlosshof weiter ausbauen. Im 18.Jh. wurde das Schloss durch den Umbau der beiden Langflügel und die Anpassung der Innenausstattung teilweise barockisiert.

 

Schloss Detmold, Innenhof mit Blick auf den Westflügel
Schloss Detmold, Innenhof mit Blick auf den Westflügel

Besichtigung

 

Bei einem Besuch des Schlosses betritt man das Gelände durch das barocke Hauptportal an der Langen Straße und gelangt dann in den in der zweiten Hälfte des 18.Jhs. angelegten und im 19.Jh. zu einem englischen Landschaftspark umgestalteten Schlossplatz. Der Park ist auch heute noch zu einem großen Teil von der früheren Befestigung aus Mauern, Eckrondellen und Wassergräben sowie lang gestreckten Flügelbauten mit Eckpavillons umgeben und lädt zum Verweilen und Picknicken ein.

Vom Schlosspark aus blickt man auf die asymmetrisch gegliederte Hauptfassade des Nordflügels des Schlosses mit dem im 16.Jh. veränderten Schlossturm (mit Mauern vom ehemaligen Bergfried) auf der linken Seite. Zwischen dem Turm und dem Tor erstreckt sich der Eingangsflügel aus der Mitte des 16.Jhs., an den sich der Torflügel mit in Konsolen endenden Pilastern im Erdgeschoss anschließt. Gegenüber dem Tor liegt auf der anderen Seite des von den vier Gebäudeflügeln eingefassten Innenhofes der Westflügel von 1673 mit zwei durch einen steinernen Gang verbundenen Treppentürmen und einem klassizistischen Dreiecksgiebel.

 

Die Innenräume des ehemaligen Residenzschlosses können teilweise besichtigt werden, was ich jedoch nicht gemacht habe und daher nur kurze Informationen zu einigen Zimmern geben kann. Im Nordflügel befindet sich der 1882 als Empfangsraum eingerichtete Rote Saal mit einer Wandbespannung aus rotem Seidendamast und spätbarocken Deckenstuckaturen und -gemälden. Der Nordwestflügel beherbergt den aus dem 16.Jh. stammenden und im 19.Jh. im Neorenaissancestil zu einem „Ahnensaal“ veränderten Rittersaal mit einer Einrichtung aus dunklem Eichenholz. Im Südwestflügel sind neben dem Jagdzimmer (mit Waffen vom 17.Jh. bis 19.Jh.) und dem Fahnenzimmer (mit der ältesten lippischen Fahne von 1651) die mit Parkettfußböden, Stuckrahmendecken und Wandteppichen (Alexander-Gobelins von ca. 1670) versehenen Königszimmer von 1709/1710 untergebracht.

 

 

Die sehenswerte Vierflügelanlage mit dem charakteristischen Schlossturm bildet den Mittelpunkt des historischen Stadtkernes der einstigen Residenzstadt Detmold. Das Weserrenaissanceschloss und der ihm vorgelagerte englische Park strahlen trotz ihrer Schlichtheit eine repräsentative Atmosphäre aus und erinnern an das fürstliche Leben im Kreis Lippe in der frühen Neuzeit.


 

Die Außenbesichtigung ist ganzjährig und jederzeit, die Innenbesichtigung gegen ein Eintrittsgeld zu den Führungszeiten möglich.

www.schloss-detmold.de


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