Schloss und Benediktinerabtei Iburg - Bad Iburg

Schlossstraße, 49186 Bad Iburg

 

Vom 11.Jh. bis 17.Jh. entstandene Doppelanlage aus Burg/Schloss und Kloster als Residenz der Bischöfe von Osnabrück.

Schloss Iburg, Bad Iburg
Schloss Iburg, Bad Iburg



 

Geschichte

 

Die Höhenburg wurde um 1070 durch die Osnabrücker Bischöfe Benno I. und Benno II. mit einer zunächst hölzernen Schlosskapelle auf den Resten der Ringwallanlage einer sächsischen Fliehburg am Pass durch den Teutoburger Wald errichtet. Im Jahr 1080 folgte die Gründung der Benediktinerabtei. Bis in das frühe 19.Jh. hinein diente die Burg bzw. das Schloss von nun an als Residenz des Bistums Osnabrück.

In der Mitte des 16.Jhs. wurde die Iburg während einer Fehde zwischen dem Hochstift Osnabrück und dem Herzog von Braunschweig-Lüneburg belagert. Im frühen 17.Jh. veranlasste Fürstbischof Philipp Sigismund von Braunschweig-Wolfenbüttel die Umgestaltung der Burg und des Klosters zu einer repräsentativen Schlossanlage. Nachdem Schloss Iburg während des Dreißigjährigen Krieges beschädigt worden war, wurden von der Mitte 17.Jhs. bis zur Mitte des 18.Jhs. umfangreiche Erneuerungsarbeiten durchgeführt.

Im frühen 19.Jh. überging das Schloss nach der Aufhebung des Klosters (mit dem Reichsdeputationshauptschluss: Auflösung der geistlichen Herrschaften und Übergabe in weltlichen Besitz) an das Königreich Preußen, heute gehört es dem Land Niedersachsen.

 

Schloss Iburg, Bergfried
Schloss Iburg, Bergfried

Besichtigung

 

Bei dem Besuch der auf einer Anhöhe gelegenen Schlossanlage kommt man als erstes auf die so genannte Klotzbahn, die im Mittelalter ein Teil der Vorburg war, wahrscheinlich als Turnierplatz diente und später als Auffahrt zu den Residenz- und Klostergebäuden genutzt wurde.

Es schließt sich die Tordurchfahrt an, die in den Innenhof der weiß-rot gekalkten Hauptburg führt. Über dem Tor wurde im Südflügel in der Mitte des 17.Jhs. die evangelisch-lutherische Schlosskirche eingerichtet, deren Innenraum im barocken Stil gehalten ist. Die aus dem 13.Jh. stammende katholische St. Clemens-Kirche in Form einer dreischiffigen Hallenkirche befindet sich im Zentrum des Burghofes. Überragt wird die Hauptburg von dem um 1500 entstandenen achteckigen Bergfried (zeitweilig bewohnbarer Haupt-, Wach- und Wehrturm, hier Bennoturm genannt). An Wochenenden kann man sich den Rittersaal aus dem 17.Jh. anschauen, der mit einer sehenswerten Deckenmalerei (Zeus und Herakles) mit perspektivischer Scheinarchitektur versehen ist und früher als Jagd- und Speisesaal genutzt wurde.

 

Im Anschluss an die Besichtigung der Hauptburg empfiehlt sich ein Verweilen in dem an der Südseite des Schlossberges gelegenen und über eine Treppe an der Klotzbahn zugänglichen Konventsgarten. Der idyllische Knotengarten im Stil des 16.Jhs. mit einrahmenden Sandsteinmauern lädt zum Entspannen ein und bietet einen schönen Blick auf das rot-weiß gestrichene Schlossgebäude und die Stadt.

 

Schloss Iburg, Klostertrakt
Schloss Iburg, Klostertrakt

Der Besuch von Schloss Iburg ist vor allem aufgrund der Kombination aus mittelalterlicher Bausubstanz mit wehrhaften Elementen, klösterlichen Gebäudeteilen und einem neuzeitlichen Schlosstrakt interessant. Die gesamte Anlage besticht mit ihrem ruhigen Ambiente und strahlt die besondere Atmosphäre einer langen Geschichte aus. So ruft der Gang über die Klotzbahn bei manch einem Besucher den Wunsch hervor, einmal eine Tjost, ein Turnei oder einen Buhurt miterleben zu können. Und bei einer Pause im Konventsgarten wünscht man sich vielleicht, Benediktinermönchen bei der Arbeit zusehen zu können. Schloss Iburg regt die Fantasie an.


 

Die Außenbesichtigung ist jederzeit, die Innenbesichtigung am Wochenende zu den Öffnungszeiten möglich.


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