Schloss Nymphenburg - München

80638 München


In der heutigen Form im ersten Drittel des 18.Jhs. errichtete barocke Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten und Könige aus dem Adelsgeschlecht der Wittelsbacher mit einer Parkanlage in barocken Geometrien und englischem Landschaftsstil.

Schloss Nymphenburg, München
Schloss Nymphenburg, München



Schloss Nymphenburg, Blick vom Rondell auf das Schloss
Schloss Nymphenburg, Blick vom Rondell auf das Schloss

Geschichte

 

Die Geschichte von Schloss Nymphenburg beginnt etwa in der Mitte des 17.Jhs., als Kurfürst Ferdinand Maria und seine Gemahlin Henriette Adelaide von Savoyen 1664 nach der Geburt ihres Sohnes und Thronfolgers Max Emanuel eine Landvilla nach italienischem Vorbild (zunächst in der Form eines fünfgeschossigen quadratischen Pavillons) erbauen ließen.

Ab 1701 wurde die Anlage nach Plänen der Architekten Dominique Girard und Joseph Effner unter Kurfürst Max Emanuel im französischen Stil ausgebaut, indem man zwei durch Galerien mit dem zentralen Mittelbau verbundene gestaffelte Wohnpavillons an der Nord- und an der Südseite anfügte. Nach 1714 folgten mit seitlichen Nebengebäuden in Form von Hofgevierten und einem dem Schloss stadtseitig vorgelagerten halbkreisförmigen Rondell mit fünf Pavillonpaaren unter Kurfürst Karl Albrecht/Kaiser Karl VII. weitere Ergänzungen. Im Zuge der künstlerischen Ausgestaltung des Schlosses entwickelte sich der Münchner Hof zu einem Zentrum der Kunst und Kultur.

In der Mitte des 18.Jhs. führte Kurfürst Max III. Joseph eine Neugestaltung des Gartens im französisch-barocken Stil durch. Dabei wurden das Große Parterre umgeformt,  Statuen von Göttern des Olymps aufgestellt und die Freitreppen als Zugang zum Hauptgebäude angelegt.

Die Erhebung Bayerns 1806 unter Max I. Joseph zum Königreich wertete das Schloss noch einmal auf, woraufhin man die Räume mit klassizistischem Mobiliar ausstattete und den bisher geometrischen Garten durch Friedrich Ludwig von Sckell in einen englischen Landschaftspark verändern ließ.

Bis zum Ersten Weltkrieg und der Revolution von 1918 fungierte Nymphenburg als bevorzugtes Sommerschloss des Münchner Hofes, bis es nach dem Ende der Monarchie in das Eigentum des Staates und der Bayerischen Schlösserverwaltung überging.

 

Schloss Nymphenburg, Festsaal
Schloss Nymphenburg, Festsaal

Besichtigung

 

Die Besichtigung des weitläufigen Schlossgeländes beginnt am Auffahrtsrondell mit seinem das Schloss stadtseitig abschließenden Halbkreis der Kavaliershäuser, von denen eines die Nymphenburger Porzellanmanufaktur beherbergt. Von hier aus lässt sich die Größe des eleganten Gebäude- und Parkgefüges bereits erfassen. Das Bild wird durch den zum Ehrenhof führenden Schlosskanal und das von ihm gebildete Wasserparterre geprägt, von dem beidseitig zwei Kanäle abzweigen und die Schlosshaupt- und Nebengebäude in Richtung der Park-Seen unterqueren.

Der Mittelbau des Schlosses bietet hinter dem Souvenirshop im Erdgeschoss Zugang zu den mit einer Ausstattung und Kunstwerken vom Barock bis zum Klassizismus versehenenInnenräumen. Deren Zentrum stellt der unter den Kurfürsten Max Emanuel und Max III. Joseph in der Mitte des 18.Jhs. reich mit Stuckaturen dekorierte dreistöckige Festsaal (Große/Steinerne Saal) dar, der im Stil des Rokoko gehalten ist und von einem Deckengemälde mit einem Freskenzyklus Francois Cuvilliés des Älteren und einer Abbildung des Götterhimmels überspannt wird.

Schloss Nymphenburg, Geburtszimmer Ludwigs II.
Schloss Nymphenburg, Geburtszimmer Ludwigs II.

Der Rundgang leitet nun weiter in den Nordflügel und das den Zugang zu Max Emanuels Paradeappartement im nördlichen Pavillon bildende nördliche Salettl mit einer in Formen der Régence gehaltenen, in Weiß und Gold gefassten Holzvertäfelung, die von militärischen Ruhm-Gemälden verziert wird. Auf das mit barocken Wirkteppichen dekorierte Vorzimmer, das Schlafzimmer und das nördliche Eckkabinett an der Nordseite des Festsaales folgt die Große Schönheitengalerie Max Emanuels, in der fünf Portraits von Damen am Hof König Ludwigs XIV. von Frankreich zu sehen sind. Es schließen sich das Wappenzimmer, das Karl-Theodor-Zimmer und westlich die dem zeremoniellen Zugang zu Kurfürst Max Emanuels Appartement dienende nördliche Galerie mit vergoldeten Pilastern und Bauprojekte Max Emanuels zeigenden Schlossveduten an. Im äußeren nördlichen Pavillon befindet sich die Schlosskapelle mit einem barocken Hochaltar und einem Kirchenraum im Stil des Rokoko.

Wieder in den Festsaal zurückgekehrt, durchquert man im Südflügel das südliche Salettl, den einstigen Zugang zu den Appartements der Kurfürstin. Nach dem Vorzimmer mit Gemälden der kurfürstlichen Familie, dem Schlafzimmer und dem chinesischen Lackkabinett mit seiner dunkelgrundigen Malerei an der Südseite des Festsaales sowie der südlichen Galerie, dem Schreibkabinett und dem Vorzimmer Karl Theodors erreicht man den inneren südlichen Pavillon. Hier wurde die in Weiß und Gold gehaltene berühmte Schönheitengalerie König Ludwigs I. mit Frauengemälden Joseph Stielers eingerichtet, darunter Ludwigs Geliebte Lola Montez und die schöne Münchner Schuhmacherstochter Helene Sedlmayr.

Auf diesen wohl bekanntesten Raum des Schlosses folgen das Arbeitszimmer der Königin Caroline, ihr Kabinett und Audienzzimmer sowie ihr mit Mahagoni-Möbeln von ca. 1815 ausgestattetes Schlafzimmer, das zugleich auch das Geburtszimmer des späteren Königs Ludwig II. ist.

 

Schloss Nymphenburg, Lieblingspferd Ludwigs II. im Marstallmuseum
Schloss Nymphenburg, Lieblingspferd Ludwigs II. im Marstallmuseum

Im südlichen Nebentrakt des Schlosses befindet sich das Marstallmuseum. In den ehemaligen königlichen Stallungen sind hier die Prunkkutschen, Schlitten und Pferdegeschirre der bayerischen Kurfürsten und Könige ausgestellt, darunter z.B. der Krönungswagen Kurfürst Karl Albrechts/Kaiser Karls VII. von 1742 sowie die Prunkwagen und das präparierte Lieblingspferd König Ludwigs II.. Im Obergeschoss kann eine Ausstellung von Nymphenburger Porzellan besichtigt werden.

Im Anschluss an den Besuch der Prunkräume empfiehlt sich ein ausgedehnter Spaziergang durch den durch Wasserflächen, Waldbereiche und Wiesentäler geprägten Schlosspark. Zunächst im italienischen Stil angelegt, wurde er im ersten Drittel des 18.Jhs. französisch-barock umgestaltet und im ersten Drittel des 19.Jhs. durch Friedrich Ludwig von Sckell englisch-landschaftlich überformt.

Schloss Nymphenburg, Große Kaskade
Schloss Nymphenburg, Große Kaskade

Der Nymphenburger Park besteht aus dem geordneten, axial-symmetrischen Garten mit einem blumeneingefassten Rasenparterre und an beiden Seiten angrenzenden Heckenbereichen vor der Westseite des Schlosses sowie dem durch Allee- und Sichtachsen gegliederten, natürlichen Park mit einem Mittel-Kanal, der Großen Kaskade, zwei Seen und pavillonartigen Parkschlösschen. Der zentrale Kanal teilt den Landschaftspark einen südlichen und einen nördlichen Bereich.

Schloss Nymphenburg, Amalienburg
Schloss Nymphenburg, Amalienburg

Im südlichen Parkteil erstreckt sich noch in der Nähe des Parterres der Kronprinzengarten mit einem hölzernen Pavillon, dessen nördliches Pendant Ziergärten und historische Gewächshäuser, in denen heute unter anderem das Schlossrestaurant eingerichtet ist, darstellen.

Den Wegen des englischen Landschaftsgartens weiter folgend kommt man im Südosten des Areals zu der im Stil des Rokoko in den 1730er Jahren als Lust- und Jagdschlösschen für Kurfürstin Maria Amalia errichteten Amalienburg. Die Mitte des einstöckigen Schlösschens nimmt der überkuppelte Große Salon/Spiegelsaal mit seiner kühlen Farbgebung ein, an den das Ruhe- und das Jagdzimmer sowie kurze seitliche Flügelbauten angfügt sind.

Schloss Nymphenburg, Badesaal der Badenburg
Schloss Nymphenburg, Badesaal der Badenburg

Vorbei am Dörfchen mit dem Grünen Brunnhaus und kleinen „Bauernhäusern“ gelangt man nun zu der als Zentrum der südlichen Parkhälfte am Großen Badenburger See, den der klassizistische Apollotempel (1865) ziert, zwischen 1718 und 1722 erbauten Badenburg. Der rechteckige, holzschindelgedeckte und ockergelbe Saalbau verfügt über einen Badesaal und ein kurfürstliches Appartement.

Schloss Nymphenburg, Pagodenburg
Schloss Nymphenburg, Pagodenburg

Nach dem Passieren der Großen Kaskade von 1717 am Endpunkt der zentralen Wasserachse erreicht man die in der nördlichen Parkhälfte am Pagodenburger See stehende achteckige Pagodenburg aus den 1710er Jahren, die durch ihre exotisch-asiatische Ausgestaltung besticht.

Schloss Nymphenburg, Magdalenenklause
Schloss Nymphenburg, Magdalenenklause

Von der Pagodenburg wieder in Richtung Schloss gehend, befindet sich nördlich des Parterres die in den 1720er Jahren als ruinöse Eremitage errichtete Magdalenenklause. Das historisierend-exotische Gebäude aus gemauerten Ziegeln wirkt mit seinem muschelbesetzten grottenähnlichen Kapellenbereich und dem beinahe asketischen Appartement des Kurfürsten, welches der Besinnung und Buße dienen sollte, im Vergleich zu den anderen Parkburgen sehr kühl und wenig einladend.

Zum Abschluss des Spazierganges lohnt sich eine genauere Betrachtung des aus dem 18.Jh. stammenden und der römischen Mythologie entlehnten Skulpturenprogrammes, das aus Marmorstatuen der sechzehn Hauptgottheiten des Olymp und gesockelten Ziervasen besteht und den Bereich des Parterres schmückt.

 

 

In Nymphenburg gehen die Architektur des Schlosses und die barock-landschaftliche Parkanlage mit ihren sehenswerten Gestaltungselementen eine harmonische Verbindung ein und zeugen dabei von der absolutistisch geprägten Herrschaftsrepräsentation der bayerischen Landesfürsten. Daher fällt es leicht, auf dem Gelände der einstigen Sommerresidenz einige Stunden zu verbringen und auf ausgiebigen Erkundungstouren das elegante Ambiente zu genießen.


 

Die Besichtigung ist ganzjährig zu den Öffnungszeiten möglich.

Für die Innenräume des Schlosses und der Parkburgen muss Eintritt gezahlt werden.

www.schloss-nymphenburg.de


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