schloss schwetzingen

Schloß Mittelbau, 68723 Schwetzingen

 

Im 18.Jh. an der Stelle einer mittelalterlichen Wasserburg errichtete barocke Sommerresidenz der pfälzischen Kurfürsten mit einer Parkanlage im geometrischen und landschaftlichen Stil.

Schloss Schwetzingen
Schloss Schwetzingen

Geschichte

 

Im Jahr 1350 wurde erstmals eine ritterliche Burg auf der Insel des Leimbachs genannt, die Kurfürst Ludwig V. zu einem Jagdschloss ausbauen ließ. Nach seiner Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss unter Kurfürst Carl Ludwig ab 1655 für seine zweite Gemahlin Luise von Degenfeld wieder aufgebaut. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg erneut beschädigt, kam es ab 1697 abermals zu einer Wiedererrichtung und Erweiterung des Schlosses durch Kurfürst Johann Wilhelm zu einer Dreiflügelanlage mit Ehrenhof. Kurfürst Carl Philipp veranlasste in der ersten Hälfte des 18.Jhs. die Anlegung eines Gartens und unter Kurfürst Carl Theodor wurde das Ensemble aus Schloss und Park geschaffen. Nach dem Übergang der Kurpfalz an Markgraf Carl Friedrich von Baden am Anfang des 19.Jhs. entwickelte sich das Schloss zu einem badischen Zweigschloss. Ab 1840 diente es als großherzogliches Fremdenquartier und ab 1860 als Blindenanstalt, Lazarett und Finanzamt. In den 1920er Jahren richtete man im Schloss ein Museum ein. Nach der Neueinrichtung im Jahr 1991 wird Schloss Schwetzingen heute durch die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg betreut.

 

Schloss Schwetzingen, Zirkelbauten
Schloss Schwetzingen, Zirkelbauten

Besichtigung

 

Der Rundgang über das Schlossgelände beginnt am von Wachhäuschen flankierten Schlosstor, das Zugang zum Ehrenhof mit Wirtschaftsgebäuden auf der linken und rechten Seite sowie dem Wohnbau in der Mitte bietet. Dieser beherbergt mit Möbeln des 18.Jhs. eingerichtete kurfürstliche Appartements und Gesellschaftsräume. Zu besichtigen sind das Appartement des Kurfürsten Carl Theodor mit Stuckdecken mit Bandelwerk-Ornamenten, das in der Beletage gelegene Appartement der Kurfürstin Elisabeth Augusta mit Porträts von Familienmitgliedern des Hauses Wittelsbach an den Wänden und das Appartement der Luise Karoline von Hochberg mit einer Einrichtung aus badischer Zeit im Empirestil und Tapeten mit Illusions- und Landschaftsmalerei. Die Degagements mit Bibliothek, dem kurfürstlichen Grünen Speisezimmer mit einer hellgrünen Holzvertäfelung und dem strohgelben Credenzzimmer dienten zur Verrichtung alltäglicher Arbeiten. Im nördlichen Ehrenhofflügel ist die Schlosskapelle untergebracht. Ihr Aussehen im Stil des Empire mit einer klassizistischen Raumausstattung und grauen Kasettendecke stammt aus dem frühen 19.Jh..

Seitlich an das Schloss schließen zu einem Halbrund die Zirkelbauten an, die das Gartenparterre gemeinsam mit dem Halbkreis der Wandelgänge aus Lattenwerk umfangen. Im nördlichen Zirkelbau aus der Mitte des 18.Jh. befindet sich das frühklassizistische Theater, das älteste erhaltene Rangtheater in Europa mit einer hufeisenförmigen hölzernen Rangkonstruktion. Der in den 1750er Jahren erbaute südliche Zirkelbau nimmt von Stuckdecken überspannte Festsäle (Jagdsaal und Mozartsaal) auf.

 

In der Sichtachse des Schlosses erstreckt sich der aus geometrischen und barocken Elementen bestehende Schlosspark im französischen Stil, der von einem Wasserbassin abgeschlossen wird. Das prägnanteste Element des eleganten Gartens ist das von den Zirkelgebäuden im Osten und Laubengängen im Westen eingefasste Kreisparterre mit Blumenrabatten und Broderien sowie dem Arionbrunnen im Mittelpunkt. Das Parterre säumt die 1728 bzw. 1762 fertiggestellte Orangerie mit einer fast raumhohen Fensterfront.
In der Nähe der Orangerie steht das in der zweiten Hälfte des 18.Jhs. geschaffene barocke Naturtheater, über dem sich der runde Apollotempel erhebt. Zwischen dem Säulentempel und dem Bassin der wasserspeienden Vögel wurde von 1768 und 1775 unter Kurfürst Carl Thedor das im Stil einer italienischen Villa gehaltene Badhaus errichtet. Das kleine Lustschloss verfügt über zwei Eingänge und einen als Foyer dienenden Ovalsaal in der Mitte. In den Privaträumen des Kurfürsten befindet sich das Badezimmer mit einer in den Boden eingelassenen Marmorwanne.

Schlosspark Schwetzingen, Moschee
Schlosspark Schwetzingen, Moschee

Ab 1777 angelegt, umschließt der englische Landschaftsgarten den Barockgarten im Westen und Nordwesten und lädt mit seinen Spazierwegen und Parkarchitekturen zu Erkundungstouren ein. Er beherbergt einen Baumlehrgarten mit dem zylinderförmigen Tempel der Botanik, der mit imitierter Eichenrinde überzogen ist, von 1780 und das Römische Wasserkastell mit Aquädukt aus dem letzten Drittel des 18.Jhs.. Die Umgebung des Aboretums erinnert an die Campagna bei Rom.
Auf der linken Parkseite ragt auf einer Anhöhe der am Ende des 18.Jhs. aus Tuffstein erbaute dreigeschossige Merkurtempel empor, der die Form einer Ruine eines römischen Turmgrabes und ein Aussichtsgeschoss besitzt. Ihm gegenüber liegt die am Ende des 18.Jhs. errichtete und barocke mit orientalischen Elementen vereinende Moschee, wohl eines der Highlights im Schwetzinger Schlosspark. Das der Wiener Karlskirche ähnelnde Gebäude ist die einzige erhaltene Gartenmoschee aus dem 18.Jh. und architektonischen Zeugnis der religiösen Toleranz des Kurfürsten Carl Theodor. Sie besteht aus einem Zentralbau mit einem von Säulen und Nischen gegliederten Kuppelturm, zwei Minaretten auf den freistehenden Türmen, Wandelgängen aus Treillagen und Pavillons sowie Spitzbogenfenstern und Rundbogenarkaden. Ganz in der Nähe befindet sich der 1769 fertiggestellte Minerva-Tempel mit viersäuliger Front.

Schlosspark Schwetzingen, wasserspeiende Hirsche
Schlosspark Schwetzingen, wasserspeiende Hirsche

Im Schwetzinger Schlosspark sind ca. 86 oft der Gliederung von Gartenbereichen und dem Ausdruck eines bestimmten inhaltlichen Programms dienende Skulpturen aus Sandstein, Marmor und Blei aufgestellt. Sehenswert sind vor allem die vier Vasen der Weltzeitalter auf der Schlossterrasse und die wasserspeienden Hirsche im Mittelparterre.

 


 

Die Besichtigung ist ganzjährig zu den Öffnungszeiten möglich.

Es muss Eintritt gezahlt werden.

www.schloss-schwetzingen.de

 

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