Bucksturm - Osnabrück

Bocksmauer, 49074 Osnabrück

 

Zwischen dem zur Altstadt führenden Heger Tor und dem Natruper Tor im 12.Jh./am Anfang des 13.Jhs. in der Stadtmauer errichteter ehemaliger Wachturm.

Bucksturm, Osnabrück
Bucksturm, Osnabrück



 

Geschichte

 

Der Bucksturm oder auch Bocksturm war mit ursprünglich 28m Höhe (heute sind es nur mehr 18m) der höchste Befestigungsturm der Stadt und ist mit schmalen Schießscharten für Handfeuerwaffen ausgestattet. Früher ermöglichten Öffnungen an beiden Seiten des halbrunden Turmes den Zugang zur Stadtmauer, deren Anbindungsreste noch zu sehen sind.

Im Mittelalter diente der Bucksturm als städtisches Gefängnis, in dem z.B. Graf Simon I. von Lippe (1305), Graf Johann V. von Hoya als Kriegsgefangener (1440er Jahre) und Abgesandte der Münsteraner Wiedertäufer (1534) inhaftiert waren. In der frühen Neuzeit war im Turm während der Hexenverfolgung zudem eine Folterkammer untergebracht.

Zur Namensgebung des Turmes (und des Mauerabschnittes) gibt es zwei verschiedene Informationen. Demnach wurde der Bucksturm nach dem 1456 im Gefängnis einsitzenden Viehdieb Friedrich von Buck benannt oder erhielt seinen Namen nach nach einem mit einem Bucks-/Bockskopf verzierten Stein im nicht erhaltenen obersten Geschoss.

 

 

Besichtigung

 

Der teilweise von Bäumen umgebene, mächtige Turm vermittelt auch heute noch einen Eindruck von seiner früheren Wehrhaftigkeit und bei einem Gang entlang der dicken Mauern kann man seine abwechslungsreiche Vergangenheit noch ein wenig spüren. Eine Hexenpuppe aus Stoff erinnert an die Zeit der Hexenverfolgung und verleiht dem Turm eine leicht mystische Atmosphäre.

Die lohnenswerte Besichtigung des Bucksturmes lässt sich ideal mit einem Besuch der von Fachwerkhäusern und Gebäuden des Rokoko und Klassizismus geprägten Osnabrücker Altstadt und dem ganz in der Nähe gelegenen Heger Tor verbinden. Diese früher aus Turm, Tor, Bastion, Zwinger und Durchfahrt bestehende Wehranlage wurde 1816 durch das Waterloo-Tor mit Triumphbogen ersetzt und besitzt eine über seitliche Wallrampen erreichbare Plattform, von der sich ein guter Blick auf einen Teil der mittelalterlich und frühneuzeitlich geprägten Altstadt bietet. Deren Mittelpunkt bildet der dreieckige Marktplatz mit dem spätgotischen Rathaus (des Westfälischen Friedens), der gotischen Kirche St. Marien, der Stadtwaage und klassizistischen Häusern. Das Osnabrücker Rathaus war in der frühen Neuzeit neben dem Münsteraner Rathaus Ort eines Vertragswerkes im den Dreißigjährigen Krieg und die konfessionellen Auseinandersetzungen beendenden Westfälischen Frieden von 1648, der in Osnabrück zwischen dem römisch-deutschen Kaiser, der schwedischen Königin und den protestantischen (evangelischen) Reichsständen ausgehandelt wurde. (In Münster verhandelten der römisch-deutsche Kaiser, der französische König und die katholischen Reichsstände). Der Westfälische Frieden führte zu einer Souveränität der Reichsstände und der Territorien und einer Einschränkung der kaiserlichen Gewalt sowie zur Zulassung des katholischen, lutherischen und reformierten Bekenntnisses. Die große historische Bedeutung des Friedensschlusses liegt in Beilegung eines säkularen Konfliktes und der reichsrechtlichen und völkerrechtlichen Neuordnung der Territorien des Heiligen Römischen Reiches.

Im Heger-Tor-Viertel befinden sich auch zwei sehenswerte romanische Steinwerke (Dielinger Straße 13 und Bierstraße 7). Sie wurden um 1220 aus Bruchstein mit Muschelkalk als Speicherbau (mit Wohngeschoss) errichtet und mit einer Verbindung zum fachwerkenen Vorderhaus versehen.


 

Die Besichtigung ist ganzjährig und jederzeit möglich.


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