ehemalige keltische Siedlung Alkimoennis auf dem Michelsberg - Kelheim

93309 Kelheim

 

Um 120 v. Chr. (Latènezeit, jüngere Eisenzeit, ca. 5.Jh. bis 1.Jh. v. Chr.) als Befestigung des Michelsberges angelegtes, eisenzeitlich-keltisches Oppidum.

Blick vom Michelsberg auf die Donau, Kelheim
Blick vom Michelsberg auf die Donau, Kelheim



Geschichte

 

Der Michelsberg entstand als Kalkablagerung eines jurazeitlichen Meeres und bildet den östlichsten Ausläufer der Altmühlalp im Mündungsdreieck der Flüsse Donau und Altmühl. Spuren menschlicher Aktivitäten finden sich auf dem Areal seit der Altsteinzeit. Während der Bronze- und Eisenzeit besaß der Ort Zentrumsfunktion, heute beherrscht ihn die im 19.Jh. errichtete Befreiungshalle.

rekonstruiertes keltisches Stadttor, Kelheim
rekonstruiertes keltisches Stadttor, Kelheim

Im 1.Jh. v. Chr. erstreckte sich auf dem Berg die spätlatènezeitliche keltische Höhensiedlung Alkimoennis. Sie wurde durch drei quer über den Berg verlaufende, erdene Abschnittswälle, die einst mit einer vorgelagerten Mauer aus Holzpfosten und dazwischen aufgeschichteten Kalksteinplatten versehen waren, und zwei Zwischenschanzen gesichert. Die äußere Mauer verfügte über drei Zangentore, die innere über zwei Tore als Zugänge zum Michelsberg. Ein Teil der originalen Pfostenschlitzmauer ist im Archäologischen Museum in Kelheim (mehr dazu hier...) im Hof des spätgotischen Herzogskastens zu sehen, auf dem Michelsberg selbst wurde neben dem Besucherzentrum der Befreiungshalle ein Mauerabschnitt rekonstruiert. An der Schleuse in Kelheim-Gronsdorf ist die Rekonstruktion eines spätkeltischen Stadttores (Torbaus mit hölzernem Übergang) des Oppidum Alkimoennis zu besichtigen. Während der Eisenzeit und des Mittelalters wurde auf dem Bergplateau Eisenerz geschürft, an den Südhängen des Berges baute man Wein an.

 

Um die keltische Höhensiedlung und am nah gelegenen römischen Grenzwall des Limes entstand am Fuß des Michelsberges das nach dem Abzug der Römer zunächst durch den germanischen Stamm der Bajuwaren, dann ab dem frühen Mittelalter durch das Adelsgeschlecht der Wittelsbacher und schließlich in der späten Neuzeit durch königlich-bayerische Baumaßnahmen geprägte Kelheim. Sein heutiger Stadtkern mit vier Stadtvierteln und dem Ludwigsplatz sowie den drei Toren der ehemaligen Stadtmauer geht auf das ausgehende Hoch- und das Spätmittelalter zurück.

 

Befreiungshalle, Kelheim
Befreiungshalle, Kelheim

Besichtigung

 

Nach dem Österreichischen Erbfolgekrieg und den Napoleonischen Kriegen ließ König Ludwig I. von Bayern in der Mitte des 19.Jhs. vor dem Hintergrund des Strebens nach nationaler Einheit auf dem Michelsberg die Befreiungshalle errichten. Der sich an antike und christliche Zentralbauten anlehnende und über klassizistische Elemente verfügende überkuppelte Rundbau erinnert an die siegreichen Schlachten der alliierten Mächte gegen das napoleonische Frankreich zwischen 1813 bis 1815 (vor allem an die Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 und die Schlacht bei Waterloo 1815). Seine Fassade wird durch 18 Strebepfeiler mit Kolossalstatuen als Allegorien der deutschen „Volksstämme“ und Regionen gegliedert.

 

Die Befreiungshalle ist es, die den Michelsberg heute dominiert. An die keltische Höhensiedlung erinnern nur mehr eine Informationstafel und das rekonstruierte Stück der frühkeltischen Pfostenschlitzmauer. Dennoch: die lange Geschichte des Ortes ist immer noch ein wenig zu spüren und die Panoramablicke auf Kelheim und die Donau lohnen einen Besuch des Bergplateaus.

Modell des Oppidums Alkimoennis
Modell des Oppidums Alkimoennis

 

Die Besichtigung ist ganzjährig zu den Öffnungszeite möglich.

Für den Parkplatz und den Besuch des Inneren der Befreiungshalle muss Eintritt gezahlt werden.


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