Harzklippen: Teufelsmauer, Hexentanzplatz und Roßtrappe - Thale

06502 Thale

 

Im nördlichen Teil des höchsten Gebirges Norddeutschlands mit seinen ausgedehnten Laub- und Nadelwäldern an steilen Berghängen, sagenträchtigen Felsklippen, moorigen Hochebenen und tief eingeschnittenen Tälern mit Flussquellgebieten sowie langer Bergbautradition gelegene Felsformationen und -plateaus.

Hexentanzplatz Thale
Ausblick vom Hexentanzplatz, Thale



Teufelsmauer Harz
Teufelsmauer, Weddersleben bei Thale

Geschichte und Besichtigung

 

Im nördlichen Harzvorland erstreckt sich die Felsformation „Teufelsmauer“ auf etwa 20m Länge zwischen Ballenstedt und Blankenburg. Die Felsklippe besitzt die Form einer markanten Schichtrippe und besteht aus Sandsteinen der oberen Kreidezeit, von denen einige als Einzelfelsen besonders heraus ragen. Befunde für menschliche Aktivitäten auf dem Areal gibt es für die Altsteinzeit, Jungsteinzeit (vor allem für die Linienbandkeramische Kultur) und die Bronzezeit.

Teufelsmauer Harz
Teufelsmauer, Weddersleben bei Thale

Der Sage nach entstand die Teufelsmauer nach einem Vorschlag des Teufels an Gott, die Welt unter sich aufzuteilen. Gott willigte unter der Bedingung ein, dass der Teufel die Mauer vor dem ersten Hahnenschrei, also innerhalb einer Nacht, vollenden müsse. Während der nächtlichen Bauarbeiten kam eine Bäuerin, die einen Hahn mit sich trug, an der Mauer vorbei und erschrak so sehr vor dem Teufel, dass der Hahn krähte. Der Teufel glaubte nun, die Nacht sei bereits vorbei, und zerstörte daraufhin die fast fertige Mauer.

Heute ist die „Teufelsmauer“ eine Touristenattraktion und kann in Weddersleben auf einem an ihr entlang verlaufenden Weg bewandert werden. Die hoch aufragenden Felsen sind schon von weitem zu sehen und beeindrucken mit ihrer ungewöhnlichen geologischen Entstehungsweise und einer leicht geheimnisvollen Atmosphäre.

 

Bodetal
Bodetal, Harz bei Treseburg

Hinter dem Ort Thale liegen sich hoch über dem Tal der Bode, früher ein Grenzfluss zwischen dem Königreich Preußen und dem Herzogtum Braunschweig, die beiden Felsplateaus und Bergzungen „Hexentanz-platz“ (454m) und „Roßtrappe“ (403m) gegenüber. Beide sind Standorte ehemaliger vor- und frühgeschichtlicher Fliehburgen, deren Befestigungssysteme aus Felsblöcken und Erdaufschüttungen noch in Resten erhalten sind.

Hexentanzplatz Thale
Hexenring am Hexentanzplatz, Thale

Der „Hexentanzplatz“ wurde einst angeblich als Kultort altsächsischer germanischer Stämme genutzt, die dort vor allem in der Nacht vom 30. April auf 1. Mai in der durch Goethes Faust bekannt gewordenen Walpurgisnacht zur Verehrung der so genannten Hagedisen (Wald- und Berggöttinnen) zusammen kamen. Nach der Eroberung des sächsischen Gebietes durch das fränkische Reich wurde der Kult durch die christliche Kirche verboten und der Ort als „Hexentanzplatz“ benannt. Man setzte einige fränkische Soldaten zur Kontrolle des Verbotes ein, die jedoch von den plötzlich auftauchenden verkleideten Sachsen erschreckt und vertrieben wurden. Das berichtet jedenfalls die Sage vom „Hexentanzplatz“, der heute ein beliebtes Ausflugsziel für Familien darstellt und mit zahlreichen Imbiss- und Souvenirbuden, an denen man Unmengen von Hexenpuppen kaufen kann, lockt.

Hexentanzplatz Thale
Aussicht vom Hexentanzplatz, Thale

Gleich neben dem (kostenpflichtigen und ziemlich teuren) Parkplatz wurde aus einigen großen runden Findlingen der Hexenring angelegt, auf dem Bronzefiguren (aus dem späten 20.Jh.) des Teufels und seines mischwesenhaften Verbündeten sowie einer unkeuschen Hexe hocken. Von hier aus ist ein als naturbelassener Landschaftspark angelegter Tierpark mit einheimischen Tierarten (wie Bären, Wölfen und Luchsen) zu erreichen. In der Nähe des Hotel- und Restaurantkomplexes sowie der Seilbahnstation befinden sich Aussichtsklippen, die einen wunderschönen Ausblick hinab in das Bodetal und hinüber zur „Roßtrappe“ bieten.

Hexentanzplatz Thale
hölzerne Hexe an der Seilbahnstation, Thale

Nun leicht bergab Richtung Sporn gehend erreicht man die hölzerne Walpurgishalle aus dem frühen 20.Jh., in der ein am Sachsenwall gefundener Opferstein und große Gemälde mit atmosphärisch dichten Szenen aus Goethes Faust vom Anfang des 20.Jhs. zu sehen sind. Unweit der Walpurgishalle verlaufen die Reste des um 750 bis 450 v. Chr. errichteten Sachsenwalles, einer Trockensteinmauer aus Granit als Teil der Befestigung der ehemals auf dem äußeren Sporn des Plateaus existierenden germanischen Fliehburg. In der Nähe der Walpurgishalle befindet sich zudem die im Stil eines römischen Amphitheaters 1903 angelegte Naturbühne des Harzer Bergtheaters.

Am „Hexentanzplatz“ wird man hauptsächlich mit zwei Dingen konfrontiert: touristischen Souvenirbuden rund um das Thema „Hexen“ und einzigartigen Panoramablicken in das Bodetal. Das vielleicht früher einmal mystische Plateau bietet heute verschiedenste Freizeitmöglichkeiten besonders für Familien mit Kindern und es fällt angesichts des modernen Turbels schwer, sich den Platz als germanische Kultstätte vorzustellen. Dennoch: falls in der Sage etwas Wahrheit steckt, wird der „Hexentanzplatz“ auch in vor- und frühgeschichtlicher Zeit zumindest anlässlich eines Festes wie dem späteren Walpurgis ein sehr belebter Ort gewesen sein.

 

Roßtrappe Thale
Aussicht von der Roßtrappe, Thale

Auch um den etwas niedrigeren „Roßtrappenfelsen“ auf der anderen Seite der Bode, der mit einer großen hufähnlichen Vertiefung im Granitfels versehen ist, rankt sich eine Sage. Einst floh die Königstochter Brunhilde auf ihrem Pferd vor dem sie zur Frau begehrenden Böhmenkönig Bodo, bis sie zu einem Abgrund kam. Der Sprung über die Schlucht glückte, Brunhildes Pferd hinterließ jedoch einen Hufabdruck und die Prinzessin verlor ihre Krone. Bodo stürzte in den Abgrund und wurde daraufhin zur Strafe in einen schwarzen Hund verwandelt, als der er nun auf ewig die Krone auf dem Grund des nach ihm benannten Flusses bewachen muss.

Roßtrappe Thale
Blick von der Roßtrappe auf die Bode, Thale

Der Weg zur „Roßtrappenklippe“ führt einige hundert Meter durch den Wald zu einem Felsvorsprung, von dem aus man hinüber auf den „Hexentanzplatz“ und nach unten in das von waldbedeckten Felswänden und kahlen Hanghalden eingeschlossene Bodetal schauen kann.

Im Vergleich zum „Hexentanzplatz“ zieht die „Roßtrappe“ weitaus weniger Menschen an, ist kostenfrei zugänglich und hat sich ihre mythenreiche und märchenhafte Atmosphäre bis heute bewahrt. Inmitten der dicht mit Buchen- und Nadelwäldern bewachsenen Berghänge, in denen immer mal wieder graue Felsen aufragen, besticht das Plateau mit harztypischem Ambiente und schönen Wandermöglichkeiten.


 

Die Felsklippen sind ganzjährig und jederzeit zugänglich.

Für den großen Parkplatz am „Hexentanzplatz“, den Tierpark und die Museen muss Eintritt gezahlt werden.

www.bodetal.de